Amely_1das neue Jahr hat begonnen. Es hat anders begonnen als viele Jahre, in denen wir uns Gedanken über gute Vorsätze gemacht hatten, die wir dann mehr oder weniger umgesetzt haben. Diesmal beschäftigten die Menschen in Deutschland die Übergriffe auf jungen Frauen, die in Köln in der Silvesternacht begangen wurden. Sie und der Umgang der Behörden in NRW damit, warfen viele Fragen auf. Man fragte sich, warum man nicht sofort erfuhr, dass die Täter ara-bisch-stämmige Männer waren. Man fragte sich, warum die Polizei nicht be-herzt eingriff. Was war da los? Zurück blieb bei vielen eine Mischung aus diffuser Angst und Ärger. Angst, wenn man fürchten muss, den öffentlichen Raum in Deutschland nicht mehr zu jeder Tages- und Nachtzeit frei betreten zu können, Ärger über die Flüchtlinge, die man so bereitwillig aufgenommen hat, denen wir Demokratie und Freiheit bieten wollten und denen man jetzt pauschal zuschreibt das Gastrecht missbraucht zu haben. Es ist wichtig, hier Gewalttaten, Täter und Auswirkungen sowie das ganze Thema Flüchtlinge aus-einanderzuhalten und Fakten zu betrachten, bevor man pauschale Aussagen trifft. 
Gewalt im öffentlichen Raum ist nicht zu dulden. Darüber wacht die Polizei, die staatlich vorgesehene Exekutive (ausführende Gewalt). Sie wurde in den vergangenen Jahren in Deutschland zu schwach ausgestattet. Es fehlt vieler-orts an ausreichend Einsatzkräften, an deren Ausbildung (wenn man an Köln denkt, fehlte es an Ausbildung bezüglich sexualisierter Gewalt gegen Frauen)  und Ausstattung. Die Exekutive kann Straftäter aber nur nach den Gesetzen der Legislative (gesetzgebende Gewalt) behandeln. Auch hier besteht Nach-holbedarf. Straftatbestände müssen ermöglichen, Täter zu verfolgen und zu bestrafen (was die richterliche Gewalt = Judikative übernimmt), unabhängig von Herkunft, Hautfarbe oder Religion, sondern bei nachgewiesener Straftat. Das muss gleichermaßen für alle Täter gelten, egal welcher Herkunft, Haut-farbe oder Religion. Es ist unser Rechtsstaat, der auf der beschriebenen drei-gliedrigen Gewaltenteilung basiert und unser demokratisch-freiheitliches Le-ben ermöglicht, über den Deutsche  - gerade nach dem Nationalsozialismus - so froh waren, bedeutete er doch ein Ende der Willkür und des Machtmiss-brauchs gegen Einzelne und Gruppen.
Oberbürgermeister Uli Maly drückte das in seiner Neujahrsansprache so aus: „… über die kulturellen Elemente der Zuwanderung wird geredet, muss geredet werden nach den Silvester-Ereignissen. Klar ist: Gesetzesverstöße verlangen Verfolgung und Strafe. Und je nach Strafmaß auch die Aufenthaltsbeendi-gung. Das ist heute schon Rechtslage und das ist auch gut und richtig so. Die Schuldigen müssen bestraft werden und zwar möglichst so, dass nicht die Unschuldigen für die Schuldigen mit bestraft werden. Das bei Gesetzesände-rungen zu beachten, ist die Aufgabe des Gesetzgebers. …“
Zum Glück gibt es in Nürnberg - auch in der Gartenstadt - eine sehr große Anzahl ehrenamtlicher Flüchtlingshelferinnen und -helfer. Sie alle, die schon Flüchtlinge persönlich kennengelernt haben, wissen genau, dass es bei Flücht-lingen genauso wie bei den Deutschen gute und schlechte Menschen gibt und es lediglich ein geringer Prozentsatz ist, der straffällig wird. Sie wissen auch, dass straffällige Flüchtlinge in Deutschland nach dem Gesetz bestraft werden und sie zudem dann leicht abgeschoben werden können. Die Bestimmungen hierzu wurden mit der SPD im Asylpaket II verschärft und werden wirken. 
Alle, die ehrenamtlich helfen, ob durch Deutschkurse, Essensausgabe, Begeg-nungscafés oder kulturelle Begleitung von Flüchtlingen arbeiten daran mit, die Werte unserer Gesellschaft weiterzugeben. Sie haben ihre guten Vorsätze wahrgemacht. Ihnen sei an dieser Stelle für ihren Einsatz gedankt.    
 
Amely Weiß und die SPD-Gartenstadt
 
Amely_1Der Bezirk Mittelfranken ist eine in der Verfassung des Freistaates Bayern verankerte kommunale Gebietskörperschaft. Der Bezirk schafft und unter-stützt öffentliche Einrichtungen für das soziale, wirtschaftliche und kulturel-le Wohl aller Bürgerinnen und Bürger Mittelfrankens. Er übernimmt Aufgaben, die Zuständigkeit oder finanzielle Möglichkeiten von Gemeinden, Landkreisen und kreisfreien Städten überschreiten.
Als überörtlicher Träger der Sozialhilfe unterstützt der Bezirk behinderte, alte, pflegebedürftige und wohnungslose Menschen, Kriegsopfer und deren Hinterbliebene. Seit 2008 ist der Bezirk neben der stationären auch für die ambulante Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung zuständig. Dazu gehört unter anderem ambulant betreutes  Wohnen,  die Frühförderung von Kindern oder der Behindertenfahrdienst.  Über das Kommunalunternehmen Bezirkskliniken Mittelfranken betreibt der Bezirk drei psychiatrische und neurologische Krankenhäuser mit Tageskliniken.
Die SPD-Fraktion im Bezirkstag ist mit sieben von 30 Mitgliedern die zweit-größte Fraktion nach der CSU mit 12 Mandaten. Die übrigen teilen sich fol-gendermaßen auf: Bündnis 90/Die Grünen (3), Freie Wähler (3), FDP, ÖDP, Die Franken, Die Linke, Piratenpartei (je 1).
Sofort nach der Wahl im September 2013 ist es der SPD-Fraktion durch Ge-spräche mit den anderen Fraktionen und Wählergruppen gelungen, das Über-gewicht der CSU zu beenden. Die Vorsitzenden des 15. mittelfränkischen Be-zirkstages und der Ausschüsse sind erstmals „bunt“ besetzt. Gleichzeitig konnte im Kommunalunternehmen die Ausgliederung einer Servicegesellschaft und damit verbundene Tarifflucht verhindert werden. 
Die Haushaltsverhandlung für das kommende Jahr im Bezirkstag findet immer im Dezember statt. Ein Termin, an den die fünf kreisfreien Städte und sieben Landkreise ihre Haushalte schon beschlossen haben. Da sie dem Bezirk eine Umlage in Höhe von etwa 60 Prozent des Gesamthaushalts des Bezirks für die oben genannten Aufgaben zahlen müssen, ist der Ausgang der Verhandlungen für die Städte und Landkreise von hoher Bedeutung. Die SPD-Fraktion konnte im letzten Jahr erreichen, dass ein Gespräch mit den Kämmerern und Kämme-rinnen über die zu erwartende Belastung bereits frühzeitig  vor der Sommer-pause geführt wurde. Bei der Verabschiedung des Haushalts konnten wir durch gute Verhandlungen mit allen politischen Partnern im Bezirkstag und mit den SPD-OberbürgermeisterInnen und LandrätInnen eine Senkung der Umlage von 24,2 auf 22,9 Prozentpunkte erreichen, was zu einer Entlastung des größten Umlagezahlers Nürnbergs um mehrere Millionen Euro geführt hat. Dennoch konnte die Finanzierung für die psychosozialen Angebote für die Menschen in Mittelfranken, wie zum Beispiel Suchtberatungsstellen, verbessert werden.
Dass der Bezirkshaushalt mit 825,4 Millionen Euro 51 Millionen mehr als in 2015 umfasst, liegt an den gestiegenen Steuereinnahmen in Mittelfranken, welche zu einer Erhöhung der einzelnen Hebesatzpunkte geführt haben. 89 Prozent fließen in die Ausgaben für Soziales und hier vor allem in die Ausga-ben für Eingliederung von Menschen mit Behinderungen und Hilfe zur Pflege.
Erfolge der SPD-Fraktion 2015: Die Einführung eines Inklusionsbeauftragten zur Umsetzung der UN-Konvention für die Rechte von Menschen mit Behinde-rungen, Einführung eines Inklusionspreises, erstmalige Vergabe 2017, Ausbau der ambulanten Drogensubstitution und Prüfung, wieviel mehr Entgiftungs-plätze für suchtkranke Kinder und Jugendliche geschaffen werden können sowie gegen Rechtsextremismus und für Demokratie: Aufstockung der Mittel für die Pädagogik rund um das Dokumentationszentrum.
   
 
Amely Weiß und die SPD-Gartenstadt
 

KL 1Da im Nachkriegsdeutschland in den Städten durch die Industrialisierung eine bessere Lebensqualität, was Versorgung, Arbeitsplätze  und Infrastruktur betraf, zu erwarten war, hatte die Urbanisierung (Verstädterung) eingesetzt. Viele Menschen zogen in die Stadt und wollten dort  ihr Glück machen. Ab den 1960er Jahren kam der Einsatz von Gastarbeitern hinzu, die dann ihre Fami-lien nachholten. Tatsächlich entstand also zunächst Wohnungsmangel und soziale Probleme, da die Löhne niedrig, die Ausgaben aber hoch waren.
In den Stadtteilen war durch den starken Zuzug die gewachsene Struktur stark verändert. Man kannte sich nicht, gegenüber den Gastarbeitern bestan-den Vorurteile. Als positive Entwicklung ist zu verzeichnen, dass durch die starken Gewerkschaften die tägliche Arbeitszeit sank und man mehr Freizeit hatte.  Kulturelle Einrichtungen befanden sich jedoch meist im Zentrum der Stadt und waren für alle im Randgebiet Lebenden nur mit einem gewissen Aufwand zu erreichen – ein Ausdruck eines ehemals obrigkeitsstaatlichen Verständnisses zwischen Verwaltung und Stadtbewohner. Gleichzeitig forder-te man nach der  Studentenbewegung von 1968 mehr Demokratie und Beteili-gung an Politik und gesellschaftlichen Veränderungen und die erstarkende Frauenbewegung forderte ein Umdenken in der klassischen Rollenverteilung. So begann man in den 1970er Jahren sich bei der Stadtentwicklung Gedanken über ein lebenswertes Umfeld im Stadtteil zu machen. 
Im November 1977 verabschiedete der Stadtrat – unter dem SPD-Oberbürgermeister - den Rahmenplan „Freizeit - Teil: Dezentrale Begegnungs-stätten“  - und gab damit der Verwaltung den Auftrag, in Nürnberg ein Netz von Begegnungsstätten (Kulturläden) aufzubauen und weiterzuentwickeln. 
Der damalige Schul- und Kulturreferent Hermann Glaser (SPD) erarbeitete das Konzept der Nürnberger Kulturläden.  Von 1977 bis 1985 war Siefried Kett erster Leiter des Amtes für Kultur und Freizeit der Stadt Nürnberg. In dieser Zeit war er unter anderem zuständig für den Aufbau einer Kulturladen-kette: Es entstanden die Kulturläden in der Rothenburger Straße (KuRo, 1975), in Almoshof, im Zeltnerschloss, in der Steinheilstraße/Südstadtladen(1982), in Röthenbach, in der Gartenstadt und in Ziegelstein sowie der Kulturladen Nord und die Begegnungsstätten Desi und Loni-Übler-Haus. 
Der Eröffnung des Kulturladens Gartenstadt gingen schon einige Jahre Arbeit durch das Amt für Kultur und Freizeit voraus. Es wurden bereits Kurse ange-boten und das Gartenstadtfest war aus der Wiege gehoben worden. Was aber die Eröffnung des Kulturladens verzögerte, war die Tatsache, dass man lange keine Räumlichkeiten dafür gefunden hat. Mehr darüber im nächsten Rote Blättla.
Der Kulturladen Gartenstadt wurde am 15.09.1990 in den Räumlichkeiten der Regenbogenschule eröffnet. Als Stargast des Abends war der bekannte Kaba-rettist Günter Schramm dabei, der als launiger Kellner für gute Stimmung sorgte. 

Apfel_1An der Ecke Regenbogenstraße / Heckenweg pflanzte die SPD zu ihrem hun-dertjährigen Bestehen (2014) einen Apfelbaum, an dessen Früchten sich die Gartenstädterinnen und Gartenstädter in den kommenden Jahren bedienen können.

 

 

Es stoßen an: ein Gast, Jasmin Güdümen und Amely Weiß

WernerNach der  bereits stattgefundenen Begegnung des Kinderspielplatzes auf dem stillgelegten Kanalbecken mit Sör und dem Jugendamt Nürnberg, wurden die Spielgeräte in Augenschein genommen. Es stellte sich heraus, dass eine Über-holung des Spielplatzes dringend notwendig ist. Ein Klettergerüst ist durch sein Alter so stark in Mitleidenschaft gezogen, das es nicht mehr reparabel ist, sondern erneuert werden muss. Es ist jetzt zu klären, ob das Spielgerät von Sör oder dem Jugendamt Nürnberg instand gesetzt wird. Des Weiteren hat das Jugendamt Nürnberg die Möglichkeit über ein Projekt mit dem Namen „Aus eins mach drei“ Spielplätze mit Hilfe von Initiativen und den dort ge-sammelten Spenden den Betrag somit zu verdreifachen. Die Obergrenze ist aber von Seiten der Stadt Nürnberg auf 20000 Euro pro Bauabschnitt gede-ckelt.
Auf unserer letzten Ortsvereinssitzung hatten wir einen Familienabend veran-staltet, bei dem auch einige Kindertagesstätten aus der Gartenstadt anwesend waren. Sie konnten sich durchaus vorstellen - natürlich unter Einbezug der Eltern - durch händische Mithilfe oder durch Spendenaufrufe einiges in die Wege zu leiten. Sehr zur Freude der Anwesenden hat sich die Leitung der privaten Kita Finkenbrunn bereit erklärt, die Organisation, unter Mithilfe der weiteren Kitaleitungen, zu übernehmen. Nach einem Telefonat mit der Kitalei-tung Finkenbrunn meinerseits, erklärte sie mir, dass es bereits Gespräche zwi-schen Jugendamt Nürnberg und ihr gegeben hat. Sie erzählte mir, dass sie sich bereits über organisatorische Dinge sowie über einen möglichen Ablauf erkundigt hat.
Um ein bestmögliches Ergebnis zu erreichen, hat uns das Jugendamt geraten, doch bis zur nächsten Ablauffrist Nov. 2016 zu warten, um ein gutes Spen-denergebnis zu erreichen. Um nun die Weichen stellen zu können, zur Renovie-rung des Spielplatzes, ist ein Treffen der Kitaleitungen von Vorteil. So kann man über das weitere Vorgehen sprechen und z.B. Eltern, welche mit ihrer Unterstützung helfen möchten, einbeziehen. Um parallel die Instandsetzung aus eigener Hand  vorantreiben zu können, wird es nötig sein, eine gemeinsame Begehung von Sör und den Helfern auf dem Spielplatz zu organisieren. Hier muss dann festgelegt werden, welche Arbeiten durchgeführt werden dürfen oder auch nicht.  Helfende Hände vor Ort sind gerne  gesehen. In der Regel wird es sich um Schleif- und Streicharbeiten handeln.
Sobald ein Spendenkonto eingerichtet ist, werde ich Sie in unserer nächsten Ausgabe des Roten Blättlas, im Schaukasten der SPD sowie  auch über die  Kitas in der Gartenstadt informieren.


Viele Grüße


Ihr Stadtrat Werner Gsänger
 

Der Verein Seniorenbegegnungsstätte Gartenstadt kann am 28. April 2016 auf 35 Jahre zurückblicken. Nach der Eröffnung dieser Tagesstätte 1981 schrieb damals die NN:   „Die Senioren kamen in Scharen!“
Ihre erste Bewährungsprobe hat die neue Seniorenbegegnungsstätte Garten-stadt glänzend bestanden. Zur Eröffnung waren nicht nur zahlreiche Ehren-gäste gekommen, sondern vor allem auch viele ältere Bürger aus dem Stadtteil. Sie alle feierten bei Kaffee, Kuchen und Freibier die gelungene Renovierung der Räume am Heckenweg 1“ 
Meine Worte damals: „Zweck des Vereines ist es, unsere alten Menschen vor Einsamkeit zu schützen, sie zu aktivieren und sie zu unterhalten. Mein Wunsch ist es, dass sich unsere Senioren in dieser Begegnungsstätte nicht nur wohl-fühlen, sondern hier ein Stückchen Zuhause finden.“
Dass sich der Verein in all den Jahren zu einer Institution mit sehr vielen Ak-tivitäten und vielen Helfern entwickelt hat, darüber freue ich mich sehr. Des-halb wird auch schön gefeiert am
Donnerstag, 28. April 2016, um 14.00 Uhr im Saal Gesellschaftshaus
Wir freuen uns, wenn Sie mitfeiern. Der Eintritt ist frei.
 

Ihre Lia Sommer
 

Burzel Stühlers_1Gertraud und ihr Mann Helmut sind immer noch aktiv bei jeder Sitzung. Hel-mut begleitet darüber hinaus so manche Feier musikalisch mit dem Keyboard. Wir wünschen Euch noch viele gemeinsame Jahre.

Vielen Dank für eure treue Mitgliedschaft! 
 

FlüchtlingeRotes Blättla: Im Kulturladen Gartenstadt trifft sich regelmäßig der Bunte Tisch Gartenstadt, ein Stadtteilnetzwerk, welches sich gegen Rechtsradika-lismus wendet, aber auch Hilfestellungen zur Integration von Geflüchteten gibt. Können Sie uns kurz schildern, wie sich die aktuelle Situation mit Flücht-lingen in der Gartenstadt darstellt?


Monika Abel: Es gibt zwei kleinere Gemeinschaftsunterkünfte für Flüchtlinge in unserem Stadtteil: Seit Mitte 2014 eine Unterkunft am Rangierbahnhof mit 94 Plätzen und seit Januar 2016 eine weitere in der Julius-Loßmann-Straße mit 46 Plätzen. Am Rangierbahnhof wohnen Familien und Einzelpersonen aus den unterschiedlichsten Ländern, z.B. aus Äthiopien, Eritrea, Aserbaidschan, Syrien, Afghanistan, Irak, Kasachstan usw. In der Julius-Loßmann-Straße sind nur Männer untergebracht, hauptsächlich aus Syrien und dem Irak. Beide Ein-richtungen werden von sehr engagierten Sozialpädagogen der Stadtmission betreut. Das heißt, wir haben eine relativ komfortable Situation: Es sollte für so einen Stadtteil, mit einem Potential, wie es die Gartenstadt hat, kein allzu großes Problem sein, 140 Menschen zu integrieren. Andere Stadtteile, wie Langwasser oder der Westen Nürnbergs sind rein zahlenmäßig viel stärker beansprucht.

Rotes Blättla: Es gibt sehr engagierte Einrichtungen und Einzelpersonen im Stadtteil. Durch den Bunten Tisch Gartenstadt stehen sie in engem Austausch. Wie werden die Flüchtlinge unterstützt?

Monika Abel: Ja, die SPD gehört ja auch zu den aktiven Teilnehmern im Netzwerk Bunter Tisch. Um einige Beispiele konkret zu benennen:
    •    Es werden in der Gemeinschaftsunterkunft Rangierbahnhof ehrenamt-lich zwei Deutschkurse von sehr engagierten Lehrerinnen angeboten, auch     Kinderbetreuung findet jeden Freitagnachmittag statt.
    •    Die Seniorenbegegnungsstätte mit Lia Sommer ist auch ein sehr gutes Beispiel: Wöchentlich treffen sich hier Seniorinnen und Flüchtlings-frauen     mit ihren Babys zum Handarbeiten. Sie nähen Vorhänge für die GU, nähen Taschen, die auf dem Stadtteilfest verkauft werden. Die älteren Damen     sind begeistert von den Flüchtlingsfrauen, umgekehrt genauso. Viele Flüchtlinge haben ihre Familien, Eltern, Großeltern ver-loren oder im     Heimatland zurücklassen müssen. Sie sind daher sehr froh über den Kontakt zu älteren Menschen.
    •    Auch die Emmausgemeinde ist sehr aktiv: Jeden Montag findet ein Frauentreff statt, in dem Flüchtlingsfrauen sehr intensiv von Ehren-amtlichen     begleitet und unterstützt werden, beispielsweise bei den Deutschhausaufgaben. 
    Am 19. März findet wieder ein Begegnungsfest im Emmhaus statt.  
    •    Bei uns im Kulturladen findet jeden dritten Sonntag im Monat das Ca-fé Asyl statt. Hier sind Flüchtlinge aus dem Stadtteil genauso einge-laden     wie alteingesessene Anwohner der Gartenstadt. Café Asyl wird von Ehrenamtlichen organisiert. Es wird Kuchen gebacken oder Spen-den     eingesammelt, Kaffee und Tee gekocht, Tische und Stühle aufge-baut und dekoriert. Es kommen immer um die 50 Besucher, die dann ungezwungen     ins Gespräch kommen. Wenn es mit der Sprache nicht so klappt, wird gespielt. Wir haben einen ganzen Schrank voll mit tollen Gesellschaftsspielen,     das ist immer wieder für alle Beteiligten ein Spaß. Ein paar Stunden mal raus aus dem Alltag, Menschen kennenler-nen und lachen. 
    Es haben sich auch immer wieder mal Menschen „gefunden“, z.B. eine Lehrerin, die in Elternzeit und ganz neu in der Gartenstadt war und ein Flüchtling, der Nachhilfe in Deutsch gesucht hat, oder immer wieder suchen Flüchtlinge Fahrräder, um mobil zu sein. Fahrkarten sind sehr teuer. Ein ehrenamtlicher Herr hilft bei der Vermittlung von ge-brauchten Fahrrädern, um sie dann gemeinsam mit den Flüchtlingen zu reparieren. 
Rotes Blättla: Der Kulturladen Gartenstadt und der Bunte Tisch haben im Herbst 2015 für ihr Engagement bei der Integration von Flüchtlingen einen Preis bekommen.

Monika Abel: Ja, das stimmt, genau gesagt den dritten Platz des Integrati-onspreises der Regierung von Mittelfranken. Aber nicht der Kulturladen allein hat diesen Preis gewonnen, sondern die sehr engagierten Vereine, Einrichtun-gen, Parteien, Einzelpersonen aus unserem Stadtteil. Sehr zu Recht, finde ich, wenn man bedenkt, wie viele Organisationen mithelfen und mit wie viel Schwung und sehr guten Gedanken und Ideen die Menschen bei uns anpacken.


Rotes Blättla: Frau Abel wird danken Ihnen vielmals für das Gespräch!

Amely_1mit Erscheinen dieser Ausgabe des Roten Blättlas wird es Weihnachten in der Gartenstadt. Die Weihnachtsbeleuchtungen zieren Fenster und Vorgärten, man trifft sich am Weihnachtsmarkt auf eine Tasse Glühwein, Plätzchenduft erfüllt die Luft. Weihnachten ist die Zeit, die wir sehnlich erwarten, in der wir uns eine friedliche Stimmung, Familie, leuchtende Kinderaugen, Behaglich-keit und Zur-Ruhe-Kommen wünschen. Für viele erfüllen sich diese Wünsche auch. Aber es gibt auch Menschen, die ausgeschlossen sind, keine Wohnung haben, in die auch noch ein Weihnachtsbaum hineinpassen würde und kein Geld haben, auf Weihnachtsmärkten Glühwein und Lebkuchen oder einen Weihnachtsbaum zu kaufen. Das sind Menschen im Sozialhilfebezug, manche Rentnerinnen und Rentner, darunter viele Frauen, kranke Menschen oder Men-schen mit  Behinderung, die aus dem Arbeitsleben gefallen sind und natürlich Flüchtlinge, die gerade alles verloren haben, ihre Heimat, ihre Freunde, ihre Familie, ihr Vermögen. Besonders in der Weihnachtszeit macht das die Men-schen traurig, die nicht dabei sind. Daher setzen wir auf eine gute Sozialge-setzgebung, die gesellschaftliche Benachteiligungen ausgleicht, den Mindest-lohn, der eine feste Lohnuntergrenze einzieht, und auf eine solidarische Gesellschaft. 
 
Gute Nachbarschaft, heißt auch erkennen, wo wem etwas fehlt und was dage-gen getan werden muss und wo der Mensch Hilfe zur Selbsthilfe benötigt.
In diesem Sinne wünscht die SPD-Gartenstadt frohe Weihnachten und
 
ZEIT innezuhalten und das vergangene Jahr Revue passieren zu lassen
ZEIT nach vorne zu schauen
ZEIT zum Danke sagen
ZEIT für die besten Wünsche
 
Amely Weiß und die SPD-Gartenstadt
 
   

demnächst in der Gartenstadt  

Gartenstädter Stammtisch für Senioren
Mittwoch, 25.05.16 - 14:00 - 16:00 - Seniorenbegegnungsstätte, Heckenweg 1.
Kreatives Gestalten mit Flüchtlingen
Donnerstag, 26.05.16 - 14:00 - - Seniorenbegegnungsstätte
Stapel-, Spiel- und Spitzenringe aus Silber
Samstag, 28.05.16 - 14:00 - - Kulturladen Gartenstadt
HOLLYWOOD SOUND mit Klaus Schubert zur Geburtstagsfeier
Montag, 30.05.16 - 14:00 - - Seniorenbegegnungsstätte
   
© ALLROUNDER